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Methoden der
«Ganzheitlichen Physiotherapie»

Folgende Ausführungen können (je nach persönlichem Arbeitsschwerpunkt und -spektrum) als eine Veranschaulichung der Arbeitsweise eines Einzeltherapeuten respektive eines interagierenden Therapeutenteams (wie dem des PITZ) verstanden werden.
In Grundzügen passiert dies wie folgt, wobei jede/r TherapeutIn – individuell je nach persönlicher Arbeitsphilosophie – den einen oder anderen Aspekt mehr oder weniger in den Mittelpunkt drängt (siehe Einzelprofil der TherapeutInnen bzw. Anwendungen):

Die erste Sitzung dient primär der BEFUNDAUFNAHME (es sei denn, es handelt sich um ein hochakutes Geschehen bzw. um einen postoperativen Patienten; da fließen therapeutische Elemente bereits beim Ersttermin ein). Inhaltlich wird hierbei zu erörtern versucht, wo der/die PatientIn steht respektive was er/sie braucht.

Basis hierfür ist eine ausführliche Anamnese (Anm.: Gespräch, Befragung), deren Inhalt bereits eine therapeutische Richtung vorgeben mag und (grob) folgende Informationen liefert:

  • das subjektive Hauptproblem des Therapiebesuchers
  • die etwaige Vorgeschichte der Problematik
  • das Schmerzverhalten (wenn vorhanden/relevant)
  • Begleitsymptome (wie Kribbeln, Ausstrahlungen, Taubheit...)
  • Neben“diagnosen“ bzw. „Sekundärprobleme
  • etwaige Vorbehandlungen (und deren Ausgang)
  • Informationen/Einschätzungen/Diagnosen/Aufträge ärztlicherseits bzw. Einsehen deren Befunde
  • berufliche Tätigkeit sowie Hobbies (die das Problem mitbegründet haben mögen)
  • Operationen, Medikamente, stattgefundene bildgebende Verfahren (wie Röntgen, Ultraschall, CT, MRI,..) und deren Ergebnis
  • die Belastung/Belastbarkeit des Vegetativen (Anm.: unwillkürlichen) Nervensystems (Schlafqualität, Schweißsekretion, Temperaturregulation, Immunabwehr...) sowie damit einhergehend psychosoziale bzw. soziokulturelle (Belastungs-)Faktoren im Hinblick auf das therapeutische Nahziel bzw. die Wahl der primären Therapiemethoden
  • das Bewegungs- und Ernährungsverhalten (inkl. Unverträglichkeiten),
  • die Verdauung (inkl. „Nebenerscheinungen“),
  • Ziele/Wünsche/Erwartungen bezüglich der Therapie
  • ...

Die anschließende Inspektion im Stehen, Sitzen, Liegen lässt den/die Therapeuten/in beurteilen, was der Körper des/der PatientIn per Sichtbefund zu erzählen vermag (via Statik/Haltung, Muskelrelief, Dysbalancen, Hautbeschaffenheit, Antlitz....und sonstiger Eindrücke).

Ergänzt wird die Befundaufnahme durch die Funktionsuntersuchung respektive den Objektiven Befund, der je nach den vorher erhaltenen Informationen, nach der Art des Hauptproblems bzw. der Spezialisierung des/der Therapeuten/In unterschiedliche Schwerpunkte haben mag. Grundsätzlich wird hierdurch ein Status über folgende „Einzelkriterien“ eruiert:

  • Mobilität (Anm.: Beweglichkeit) der (betroffenen) Gelenke, Muskeln, Nerven, Bindegewebe, Haut,...
  • Muskelkraft, Koordination, Stabilität, Ergonomie
  • Muskeltonus (Anm.: Grundspannung)
  • bei Bedarf Einbeziehen differenzialdiagnostischer Tests (inkl. Provokationstests, um gewebespezifisch einen strukturellen Schaden herauszufiltern respektive auszuschließen)
  • Energiestatus (aus traditionell chinesischer Sicht)
  • fasziale (Anm.: bindegewebige) Züge
  • Mobilität sowie Motilität der inneren Organe
  • Beurteilung des Craniosacralen Systems sowie benachbarter Systeme
  • Energiezysten im Hinblick auf ein somatoemotionales Geschehen
  • ...

(siehe jeweils „Anwendungen“)

Die Summe dieser drei Unterteilungen der Befundaufnahme liefern dem/der BehandlerIn respektive dem Team die behandelbaren Aspekte bzw. bedingen den BEHANDLUNGSPLAN, der Nah-, Zwischen-  und Fernziele beinhaltet.
 
Je nach PatientIn könnte beispielsweise ein Nahziel sein, lediglich das Symptom (z.B.: Schmerzen) zu beseitigen oder zu lindern und mögliche Ursachen hierfür einmal außen vor zu lassen. Oft ist dies direkt nicht möglich, sodass sich der/die fachkundige (ganzheitlich orientierte) TherapeutIn zunächst indirekter/systemischer Techniken bedienen muss, um ein Milieu zu schaffen, sodass lokale Techniken Wirkung zeigen können. Letztere könnten vielleicht auch gar nicht mehr nötig sein, falls durch die „Vorbehandlung“ ein kausaler Ansatz gefunden wurde und dadurch das Symptom nicht mehr vorhanden ist.

Ein Zwischenziel – nachdem der Schmerz beseitigt wurde – könnte die volle Mobilität der entsprechenden Struktur sein (falls sich dies nicht durch die vorhergenannten Maßnahmen normalisiert hat).

Ein Fernziel könnte sein, dass man das Therapieergebnis (mittels medizinischem Aufbautraining (MAT), medizinischer Trainingstherapie (MTT) respektive sportphysiotherapeutischer Inhalte) konsolidiert, indem man die funktionelle Belastbarkeit – sei es für den Alltag oder (Spitzen-)Sport - steigert.
 
Dabei bedingt die Reevaluation (Anm.: Wiederbefund) von Behandlung zu Behandlung respektive in größeren Perioden, ob die ursprüngliche Hypothese bezüglich der ausgewählten und für nötig erachteten Therapiemaßnahmen bestätigt, adaptiert oder ersetzt wird.

Aus ganzheitlicher, holistischer Sicht und unter Einbeziehung biopsychosozialer Aspekte gestaltet sich so der therapeutische Alltag gleichermaßen als anspruchs- und wirkungsvoll: Man gibt sich nicht damit zufrieden, therapeutisch etwaigen Symptomen (als Hilfeschrei des Organismus) und Krankheitsbildern hinterherzulaufen, ohne sie wirklich einzuholen. Der/die TherapeutIn bezieht in seiner interdisziplinären Denk- und Arbeitsweise einen kausalen Ansatz mit ein, versucht die Ursachen (mit)zu beseitigen und  gleichermaßen einen  Beitrag zur Gesundheitserziehung sowie Prophylaxe zu leisten.

Durch dieses Verständnis von Physiotherapie und um o.a. Inhalten gerecht werden zu können betragen die Therapieeinheiten im PITZ in der Regel jeweils eine ¾ Std. bis 1 Std. (plus bei Bedarf einer Passivmaßnahme).
Sofern auf dem ärztlichen Überweisungsschein eine möglichst genaue Diagnose aufscheint, wird eine solche Verordnung seitens der Kassen auch bewilligt.

Endziel ist es, dass der/die TherapeutIn respektive das (PITZ)-Team seinen/ihren Teil dazu beigetragen hat, dass sich der/die PITZ-Besucher    g e s u n d    fühlt (was nicht nur die Abwesenheit von Krankheit bzw. etwaigen Symptomen bedeutet...) und selbigen Zustand selbstverantwortlich konsolidiert und wartet.